Donnerstag, 3. Januar 2013

Buchprojekt – Zidov Akuma: „Ansonsten wäre ich wohl tot!“

Vor einigen Tagen habe ich an dieser Stelle angekündigt, ein paar Worte über meine neuen Projekte zu verlieren. Et voilà… Konkret arbeite ich derzeit gemeinsam mit unterschiedlichen Co-Autoren an zwei (sehr unterschiedlichen) Buchprojekten. Das erste wird rund um den September 2013 im Verlagshaus Orell Füssli erscheinen und ist die Autobiografie des Schweizer Thaibox-Stars und Ex-Knackis Zidov Akuma, bei der ich diesen unterstütze, ohne am Ende aber namentlich in Erscheinung zu treten. Was man davon erwarten kann? Hier ein paar erste Eindrücke… 

Zidov Akuma ist heute 31 und lebt auf der thailändischen Insel Koh Samui. Was er in drei Jahrzehnten erlebt hat, reicht normalerweise gleich für mehrere Leben. Aus einem Arbeiterhaushalt stammend eckte er schon früh immer wieder an und stellte Eltern und Lehrer vor unlösbare Aufgaben. Nach einer abgebrochenen Lehre als KFZ-Mechaniker rutschte er immer tiefer in die kriminelle Szene in Zürich ab und wurde immer wieder wegen verschiedener Delikte verhaftet. Schlägereien gehörten genauso zum Alltag wie rauschende Feste mit Nutten, Koks und allem was sonst noch dazu gehörte. Bei dem Versuch, rund um das Züricher Techno-Festival Streetparade Falschgeld unter die Leute zu bringen, wurde Zidov Akuma gemeinsam mit seinen Komplizen zufällig erwischt und landete für anderthalb Jahre hinter Gitter. 

Schon vor Haftantritt hatte er sich allerdings geschworen, sein Leben radikal zu ändern, um seine Eltern nicht mehr unglücklich zu machen. Und diesen Vorsatz setzte er dann schonungslos um. Wog er zu Beginn noch 93 Kilo, verließ er das Gefängnis mit seinem Idealgewicht von 67 Kilo. Das erreichte er durch tägliches Seilspringen und regelmäßiges Training in der thailändischen Nationalsportart Muay Thai. Kaum aus dem Gefängnis entlassen kaufte er sich ein One-Way-Ticket nach Bangkok, um dort mit 1000 Schweizer Franken in der Tasche und ohne Englisch- oder Thai-Kenntnisse ein neues Leben zu beginnen. Nach einigen Wochen in den Slums von Bangkok verschlug es ihn in ein Trainingscamp im Nordosten Thailands, in der Nähe der laotischen Grenze, wo er intensiv trainierte und sich für 10 bis 15 Euro Gage durch die Provinzstadien kämpfte. Seinem Ziel, seinen Lebensunterhalt mit dem Thaiboxen bestreiten zu können, kam er nur langsam nahe, bis er eines Tages in die international von über 400 Millionen Zuschauern verfolgte Reality Show „The Contender Asia“ hineinrutschte. Dort traten 16 der besten Thaiboxer der Welt gegeneinander an, wohnten in einem Loft zusammen und wurden auch außerhalb des Rings von der Kamera begleitet. 

Als nur noch sechs Kämpfer verblieben waren, unterlag er in einem historischen Kampf dem deutlich schwereren achtfachen Weltmeister John Wayne Parr erst nach dem siebten Niederschlag und wurde spätestens damit zum absoluten Publikumsliebling. Nach „The Contender“ tourte Zidov auf Einladung von Veranstaltern um die ganze Welt und kämpfte knapp drei Jahre lang im Schnitt alle zwei Wochen. Heute lebt er auf Koh Samui und konzentriert sich derzeit darauf, als Trainer seinem brasilianischen Schützling Thiago Teixeira, derzeit die Nummer 15 der Welt, das Handwerkszeug für seinen ersten Weltmeisterschaftskampf beizubringen. Seine Tochter, die er mit einer singapurianischen Sängerin gemeinsam hat, schickt sich derweil an, den Namen ihres Vaters noch in den Schatten zu stellen und ist derzeit das erfolgreichste Kindermodel Asiens. 

Zidov hat eine Menge erlebt – und demnach auch eine Menge zu erzählen. Dazu gehört Grausames genauso wie Lustiges, Packendes genauso wie Erschreckendes. All das schreiben wir derzeit auf und versuchen vor allem deutlich zu machen, wie man sich am eigenen Schopf und mit viel Willen auch aus den schwierigsten Situation wieder herausziehen kann. Muay Thai hat Zidov gerettet, sonst, da ist er sich sicher, wäre er wohl schon tot.

Solange das Buch nicht auf dem Markt ist, freuen wir uns allerdings auch jetzt schon über Unterstützung für die Facebook-Seite von Zidov Akuma. Und ansonsten heißt es: warten und freuen… ich verspreche, das Buch wird ein Schmankerl! :-) Hier noch ein kleines Video mit Bildern und Videos, die eine ganz gute Idee von Zidov geben:


1 Kommentar:

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