Mittwoch, 19. Dezember 2012

Weil man damit so gut schießen kann

Wenn es nicht so traurig wäre, man könnte darüber lachen. Nach dem Massaker in Newtown kaufen die Amerikaner fröhlich Waffen, um sich selbst zu schützen. Oder aus Angst vor dem Staat. Oder aus Prinzip. Und welche Waffe ist besonders populär? Die sensationelle "Bushmaster", mit der der Amokläufer von Newtown über 20 kleine Kinder erschossen hat. Macht ja auch Sinn, denn spätestens jetzt ist bewiesen, dass die "Bushmaster" richtig gut funktioniert. Die Hersteller müssen sich eigentlich zweimal im Jahr einen Amoklauf mit ihren Waffen wünschen. Das würde dann die Werbekosten für den Schlussverkauf sparen. 

Um den Verkauf erst so richtig anzuheizen, nutzten verschiedene Händler die Gunst der Stunde, um die Waffe drastisch zu reduzieren: $ 799,99 bringen eine Ersparnis von $ 320. Yippiiiiieeeeh! Bei Dunham in Mishawaka war die "Bushmaster" dann auch am Montag bereits ausverkauft. Aber immerhin, der Verantwortliche bei Dunham ist sich sicher, dass "die meisten der Käufer die Waffe für Freizeitaktivitäten kaufen". Na dann sind wir ja alle beruhigt. 

Immerhin bevorzugte auch der Washington-Sniper, der 2002 über Wochen die ganze Region terrorisierte und 10 unschuldige Menschen erschoss, ein vergleichbares Modell. Und auch beim Kino-Shooting mit 12 Toten dieses Jahr war die "Bushmaster" das Mittel der Wahl. Weil man damit so gut schießen kann, vermutlich. Und weil die Munition, die beim Aufprall auf Ihr Ziel (also: den Körper) explodiert, auch sicherstellt, dass danach Ruhe im Karton (oder: im Klassenzimmer) ist. 

Aber, liebe Kinder in Amerika, macht Euch keine Sorgen... wenn Eure Eltern jetzt auch eine gekauft haben, seid Ihr sicher. Und außerdem habt Ihr eine Möglichkeit, Euren Lehrern mal zu zeigen, wo es lang geht, wenn sie Euch zu viel Hausaufgaben aufgeben wollen. Man muss sich ja wehren können. Ehrlich jetzt.

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