Montag, 14. Juni 2010

Die erste Demo – Ein ehrliches Resumée

Heute fand die erste Demo für Joachim Gauck als Bundespräsidenten in Berlin statt. Die Marschroute führte vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor. An der Demo nahmen ehrlich geschätzt 50 bis 60 Leute teil. Auch wenn kolportiert wird, dass die Aktion ein Reinfall war: diese Lesart ist falsch. Ich will das nachfolgend begründen, um auch deutlich zu machen, dass es hier keinesfalls um reine Schönfärberei geht.
  1. Eine Demonstration – so sie denn nicht gerade 20.000 Teilnehmer oder mehr hat – ist nicht alleine erfolgreich durch die Zahl von Teilnehmern, sondern auch durch die Presseresonanz. Ohne dass wir allzu viel dafür getan hätten, waren fünf Kamerateams und einige Radioreporter vor Ort, die das Treiben mit positiver Grundstimmung begleitet haben. Ich behaupte: die Berichterstattung wird keine Enttäuschung werden, weil die Journalisten gemerkt haben, dass es eine höchst positive Grundstimmung gibt, die die Bewegung weiter tragen wird und daher zu etwas besonderem macht.
  2. Enttäuscht kann nur jemand sein, der hohe Erwartungen hat. Ich persönlich habe nicht mit einer vierstelligen oder hohen dreistelligen Zahl gerechnet (dachte aber schon, dass wir ein paar mehr würden). Woher auch, war doch die Zeit zur Mobilisierung denkbar knapp (Gauck wurde vor gerade einmal zehn Tagen nominiert!). Am Donnerstag werden – auch getragen von der Berichterstattung der nächsten Tage – in verschiedenen Städten in Deutschland Menschen auf die Straße gehen und sich positionieren. Ich bin gespannt, was etwa auf dem Stachus in München los sein wird. Meine These: da wird eine höhere Zahl von Menschen zusammenkommen und am nächsten Montag werden wir dann sehen, wie sich das auf Berlin auswirkt.
  3. Man macht keinen Fehler zweimal. Neben der kurzen Vorlaufzeit war etwa auch der Treffpunkt nicht optimal, weil sehr schwer zu finden. Darüber hinaus war die Zeit etwas ungünstig. Nicht nur, dass Fußball parallel lief (das ist dieser Tage kaum zu vermeiden). Vielmehr ist 18 Uhr an einem Montagabend in Berlin schlichtweg etwas zu früh – gerade für die typischen Mitglieder der Netzgemeinde, die eben keine Nine-to-Five-Jobs haben. Das soll keine Kritik am Organisationsteam sein. Besser geht immer – und Ihr wart die ersten!!! Vielmehr geht es darum, die Potenziale auch für die nächsten Tage aufzuzeigen. Da geht noch was… 
  4. Es war schon deswegen kein Debakel, weil die, die da waren, da waren. Oder anders gesagt: Jeder, der für seine Meinung einsteht, setzt ein Zeichen. Zumal es für eine positive Zielsetzung ist. Niemand muss sich schämen dafür, dass er diese Demokratie zu einer lebhaften macht. Jeder von uns hatte 500 Menschen an seiner Hand – denn die 30.000 im Netz haben vielleicht nicht an der Demo teilgenommen. Aber sie haben mit ihrem Beitritt zur Gauck-Unterstützer-Gruppe ein Zeichen gesetzt, dass Sie unser Anliegen unterstützen.

In diesem Sinne: ärgert Euch nicht, seid nicht enttäuscht. Das wäre falsch. Und das sage ich aus Überzeugung, denn ich tue weder das eine noch das andere. Ich habe heute Abend tolle Menschen persönlich kennengelernt, die ich vorher nur aus dem Netz kannte. Einige haben lange Anfahrtswege in Kauf genommen, um dabei zu sein. Und jeder hat eine ganz persönliche Geschichte zu erzählen, warum er oder sie für Joachim Gauck ist. Jeder einzelne dieser Gründe ist es wert, die nächsten Tage nicht nachzulassen, sondern vielmehr weiterhin motiviert zur Tat zu schreiten! Also: Wir sehen uns draußen… und ich wünsche Euch eine gute Nacht!

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