Montag, 15. Februar 2010

Was man so alles im Archiv findet - Westerwelle ist wohl nicht zum ersten Mal unter Druck ;-)

Guido Westerwelle fällt bei Jungen Liberalen in Ungnade
Aus der FTD vom 20.10.2003

Vorsitzende mehrerer Landesverbände der Jungen Liberalen haben FDP-Chef Guido Westerwelle kritisiert. Die FDP müsse schnellstmöglich die falschen Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit korrigieren, hieß es in einem der FTD vorliegenden Brief.

Damit gerät Westerwelle in den eigenen Reihen weiter unter Druck. Die Jungen Liberalen (Julis), deren Chef Westerwelle früher war, galten bisher als Hausmacht des FDP-Vorsitzenden. Westerwelle selbst rief sich zum Spitzenkandidaten bei der nächsten Bundestagswahl aus. In der Partei rechne er mit einer "großen Rückendeckung".

Vergangene Woche hatten Kritiker auf einer internen Aussprache im FDP-Präsidium der Partei Profillosigkeit vorgeworfen. Wenn eine interne Diskussion so losbreche, wie die Strategiediskussion der vergangenen Tage dann sei schon vorher kräftig Druck im Kessel gewesen, heißt es in dem Juli-Schreiben. Die Jungen Liberalen fordern etwa die Abschaffung des Meisterzwangs. Auch der Versandhandel für Apotheken, den die FDP bislang abgelehnt hatte, solle kein liberales Tabu bleiben. Zusammen würden diese Punkte dazu führen, dass das Gesamtpaket FDP "nicht mehr wahrgenommen wird, weil es unglaubwürdig erscheint".

Gegen das Image einer Klientelpartei

Nachdem auch die großen Volksparteien Elemente liberaler Wirtschaftspolitik in ihr Programm aufgenommen haben, ist die FDP in Bedrängnis geraten. Mit ihrer Kritik wollen die Jungen Liberalen gegen das Image einer Klientelpartei angehen.

Neben Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik habe die FDP auch andere Kompetenzen, die jedoch nicht prominent genug vertreten würden. Mit Themen wie Umwelt und Verbraucherschutz, Europa- und Familienpolitik solle sich die Partei stärker für die Mitte öffnen. In manchem Bereich hätten die Liberalen bisher keine oder nur sehr ungenügende Antworten, heißt es weiter.

Der interne Brief ist von sechs Landesvorsitzenden unterzeichnet, die mit ihren Verbänden etwa 70 Prozent der Jungen Liberalen repräsentieren. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Daniel Bahr, der als ein enger Vertrauter Westerwelles gilt, hat den Brief nicht unterschrieben. Er stehe
jedoch hinter den inhaltlichen Punkten, sagte Bahr.

Kommentare:

  1. Jaja, das Archiv ;) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,354489,00.html

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaube auch da hat er dazugelernt ;-)

    AntwortenLöschen